Sammlung Feuerle, Berlin

Zwischen 2012 und 2016 hat Realarchitektur den sogenannten BASA-Bunker am Halleschen Ufer in Zusammenarbeit mit AGP-Architekten und dem englischen Büro John Pawson zu einem Museum für die Sammlung Feuerle umgebaut. Der ehemalige Telekommunikations-Bunker war ursprünglich zum Schutz von Anlagen des Fernmeldenetzes der Deutschen Reichsbahn errichtet worden. Anstelle einer kleinteiligen Raumaufteilung enthielt er daher große, zusammenhängende Flächen im Erdgeschoss und Untergeschoss. Die Großzügigkeit der Räume, sowie die physische Präsenz des massigen Betonbaus mit seiner ‚Ruinen-Romantik‘ erschienen als ideale Voraussetzung für die Umsetzung des Ausstellungskonzepts.
Die architektonische Arbeit lag dann in erster Linie darin, den Charakter des Gebäudes freizulegen, die vorhandene Atmosphäre zu bewahren und punktuell durch gezielte Eingriffe zu unterstützen. So wurde ein Teil des Untergeschosses durch den Einbau großformatiger Fenster von der Ausstellungsfläche abgetrennt und bildet nun als sogenannter ‚Lake Room‘ durch die Spiegelwirkung seiner Wasseroberfläche selbst eine Art Kunstwerk. Die annähernd detaillose, halb-verspiegelte Verglasung der eingestellten Glasbox des ‚Incense Rooms‘ wirft unterschiedlichste Perspektiven des Untergeschosses zurück in den Raum und wird auf diese Weise selbst praktisch unsichtbar. Die Oberflächen von Wänden, Decken und Böden wurden in einem behutsamen Prozess so behandelt, das ihre von der Geschichte gezeichnete Erscheinung erhalten bleiben konnte, ohne den ausgestellten Exponaten die Show zu stehlen. Im Erdgeschoss verbirgt sich hinter einer umlaufenden weißen Wand die Haustechnik. Sie dient in erster Linie dazu, die notwendigen klimatischen Bedingungen für die Exponate (Möbel aus der chinesischen Kaiserzeit, historische Statuen und Bronzen aus Südost-Asien sowie zeitgenössische Werke) herzustellen und nicht wie sonst üblich, den Komfort-Ansprüchen für Besucher gerecht zu werden. Das Gefühl, beim Besuch der Ausstellung eine Art Schatzkammer zu betreten, wird dadurch nur noch verstärkt.

Planung/ Bauzeit: 2012 – 2016
Bgf: 7000m²
Architektur: Realarchitektur mit Wolfgang Meier AGP-Architekten (www.architekten-agp.de) und John Pawson Architects London
Team Realarchitektur: Petra Petersson, Henning Watkinson, Kerstin Zahn, Julia Molles, Bärbel Ackermann, Philipp Bünger, Hans-Peter Bauer
Tragwerksplanung: Ingenieurbüro Rüdiger Jockwer GmBH (www.jockwer-gmbh.de)
Brandschutz: Krebs und Kiefer Beratende Ingenieure (www.kuk.de)
Haustechnik: Ingenieurgesellschaft für Energie- und Umwelttechnik mbH (www.ifeu-gmbh.de)
Bauphysik: Institut für Gebäudesimulation Prof. Lorenz (www.ifg-lorenz.com)
Fotos: Wolfgang Meier, Nic Tennwiggenhorn, Gilbert McCarragher